Schienenbus - das Vorbild

Man nannte ihn Retter der Nebenbahn, roter Brummer oder einfach Uerdinger Schienenbus, weil die meisten VT 98 in der Uerdinger Waggonfabrik gebaut wurden. Angetrieben wurden sie von zwei 150 PS starken Büssing- Unterflurmotoren, der gleiche Motor übrigens wie bei den Berliner Doppeldeckerbussen. Das Sechs-Gang-Getriebe steuerte ZF Friedrichshafen AG bei. Zu den Triebwagen VT 98 gab es auch den Beiwagen VB 98 (teilweise mit Packabteil) sowie den Steuerwagen VS 98. Einsatzbereich war der Personenzugdienst auf Nebenstrecken und zwar meist in der Zusammenstellung VT+VB+VS. Aber auch kürzere Zweier-Einheiten VT+VS und längere Einheiten mit bis zu sechs Wagen wurden eingesetzt.

Ende der 80er Jahre wurde der VT 98 (bzw. 798, wie er ab 1968 hieß) nach und nach abgelöst durch die Baureihe 628, die ihrerseits inzwischen schon modernere Nachfolger wie z.B. den Talent hat.

Das Modell - eine Herausforderung

So klein und einfach er auch aussehen mag, so war er doch bisher die größte Herausforderung für uns
in der Spur 0 Fahrzeugentwicklung. Hier weiterlesen...: Hintergründiges zur Entwicklung des VT

Die Modelle

Die Schienenbusgarnituren liefern wir als drei separate Modelle, so kann jeder seine Lieblingskombination individuell zusammenstellen. Die Modelle verfügen zusätzlich zur Serienausstattung über:

  • Hochleistungsmotor mit Antrieb auf beide Achsen (Triebwagen)
  • Decoder mit USP und Energiespeicher sowie zahlreichen Funktionen und Sound bereits integriert (Triebwagen)
  • Funktionsdecoder (Steuerwagen, Beiwagen)

Unsere Schienenbusse sind als Epoche 3 Versionen (VT 98, VS 98, VB 98) sowie in der Epoche 4 Ausführung
als BR 798 / BR 998 erhältlich.

Zusammenstellung zu einer Garnitur

Wer mag, kann natürlich die möglichen Garnituren auch mit unseren Modellen zusammenstellen. Wie das geht und wie einfach man solche Garnituren fahren kann, erklären wir hier...

Schienenbus Steuerwagen
Lieferstatus: Lieferung Betr. Nr. 998 671-2: Art. Nr. 40191-02

Fernbed. Kupplung Kurzkupplung NEM Schraubkupplung Federpuffer Schraubkupplung Konstantlicht Lichtwechsel Schlusslicht DB Epoche 3 Epoche 4 310

Schienenbus Beiwagen
Lieferstatus: Lieferung Betr. Nr. 998 201-8: Art. Nr. 40192-02

Kurzkupplung NEM Schraubkupplung Federpuffer Schraubkupplung Konstantlicht Lichtwechsel Schlusslicht DB Epoche 3 Epoche 4 310

Hintergründiges zur Entwicklung des VT

So klein und einfach er auch aussehen mag, so war er doch bisher die größte Herausforderung für uns
in der Spur 0 Fahrzeugentwicklung.

Zuerst gibt es, wie bei jedem Projekt, einige Festlegungen:

1. Äußerlich stimmige und maßstäbliche Wiedergabe des Vorbildes, Innenraum nicht durch Technik eingeschränkt.
2. Leistungsvorgaben: VT + VB + VS + 1 Güterwagen über eine 4% Steigung.
3. Alle lenztypischen Funktionen, wie Beleuchtung, ferngesteuerte Kupplung Sound, usw.
4. Und last but not least ein moderater Preis.

Das erste Modell, das wir bekamen, erfüllte nur Punkt 1 und 4. Der Motorwagen brachte nur sich selbst über die Steigung. Also alles auf Null (durchaus doppelsinnig) und die Technik neu konzipieren.

Antrieb

Der Motorwagen musste deutlich schwerer werden und der Bei- und Steuerwagen leichter. Nicht einfach unter Berücksichtigung von Punkt 1. Kleiner Motor (Unterflur) mit hoher Leistung führte zur Entscheidung für einen Maxon Motor. Getriebe neigte zu Schwingungen und dadurch zu unangenehmen Geräuschen. Getriebebox geändert und beide Boxen (auf jeder Achse) durch zweifaches Kardangelenk miteinander verbunden.
Und immer mit Blick auf Punkt 4.

Kupplung

Natürlich müssen Schienenbusse kurzgekuppelt sein. Wie würde das denn aussehen! Aber sowohl auf der Seite des Motorwagens als auch am Steuerwagen sollen vorbildgerecht noch Wagen angekuppelt werden. Ergebnis: Zum ersten mal Kinematik mit ferngesteuerte Kupplung.

Sound

Da wir in Gießen einen Museumsverein mit fahrtüchtigem VT haben und in der Nähe eine stillgelegte aber befahrbare Bahnstrecke, konnten wir authentische Geräusche aufnehmen. Und schon hatten wir das nächste Problem, das wiederum Zeit kostete. Ein VT hat 6 Gänge, die auch von Hand geschaltet werden, was man deutlich hört. Zwar wird fast immer nur im 2. Gang angefahren, aber bis zum 6. noch 4-mal geschaltet. Nehmen wir an, der VT (und/oder der Lokführer) brauch dafür 1 km, dann sind das im Modell ungefähr 20 m. Merken Sie was? Wo jetzt verkürzen ohne den charakteristischen Eindruck zu verlieren? Ich hoffe, wir haben den richtigen Kompromiss gefunden. Wenn sie aber nach 2 m schon auf V-max beschleunigt haben, dann ist der Schaltvorgang wahrscheinlich nur 1-mal zu hören.
Und immer wieder der Blick auf Punkt 4.

Beleuchtung

Das rote Schlusslicht entsteht beim VT durch rote Scheiben, die der Lokführer vor die Scheinwerfer steckt. Das können wir nicht simulieren und haben daher eine rote LED in den Scheinwerfer mit eingebaut. Bei eingeschalteter Innenbeleuchtung wird der Führerstand je nach Fahrtrichtung bei Fahrt ausgeschaltet, damit der Lokführer eine bessere Sicht nach draußen hat. Und nur bei Stillstand wieder eingeschaltet, damit die Fahrgäste sehen, wohin sie treten beim Einsteigen.

Ich denke, dass wir jetzt alle oben genannten 4 Punkte einigermassen erfüllt haben und hoffe, dass Sie viel Freude daran haben. So wie ich.

Bernd Lenz

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Kombination von VT 98 und VS 98 zu einer Garnitur

Beim Vorbild wurde der Steuerwagen VS 98 immer so an den Triebwagen VT 98 angehängt, dass der Führerstand des Steuerwagens „vom Triebwagen weg“ zeigte. Das ist auch logisch, denn wie sonst sollte man den Steuerwagen als solchen sinnvoll nutzen. Dabei kann der Steuerwagen „vorne“ oder „hinten“ am Motorwagen angehängt werden.

Sowohl der VT 98 wie auch der VS 98 haben dieselbe Adresse 798. Damit eine Kombination aus VT 98 und VS 98 bequem gesteuert werden kann, fasst man sie als Kombination zusammen und steuert sie wie eine Lok:

  • es wird immer an der richtigen Seite das Licht auf „weiß“ oder „rot“ geschaltet
  • die Stirnbeleuchtungen an den Seiten, an denen die beiden Fahrzeuge aneinandergekuppelt sind, bleiben ausgeschaltet
  • es ertönt in Abhängigkeit von der Fahrtrichtung das Horn des VT 98 oder das des VS 98
  • es wird immer in Abhängigkeit von der Fahrtrichtung die Kupplung am VT oder am VS aktiv. Diejenige Kupplung des VT 98, an die der Steuerwagen angekuppelt ist, wird nicht aktiv.

Damit dies funktioniert, müssen Sie den Fahrzeugen mitteilen, dass sie in Kombination (als Garnitur) fahren und wo der Steuerwagen angehangen ist (der Führerstand des Steuerwagens zeigt vom Motorwagen weg!). Diese Einstellungen erfolgen in der CV 48 in beiden Fahrzeugen, deshalb nehmen Sie die Einstellungen zweckmäßigerweise mit „Programmieren während des Betriebs“ vor: da sowohl der VT als auch der VS dieselbe Adresse 798 haben, erreicht so der Programmierbefehl beide Fahrzeuge gleichzeitig. Abhängig von Ihrer Entscheidung, an welche Seite des Triebwagens VT 98 Sie den Steuerwagen VS 98 anhängen wollen, kombinieren Sie den Triebwagen VT 98 und den Steuerwagen VS 98 mit dem entsprechenden Eintrag in der CV 48.

Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in der Bedienungsanleitung des Steuerwagens VS 98.

Auflösen der Kombination

Wenn Sie die Kombination wieder auflösen wollen, haben Sie zwei Möglichkeiten, die Sie durch entsprechende Eingaben in der CV 48 festlegen können:

Sie können den Steuerwagen abstellen oder die Garnitur trennen. Beim Abstellen werden alle Funktionen abgeschaltet, der Steuerwagen wird nun nicht mehr auf Funktionsbefehle (Licht, Horn, Kupplung) zur Adresse 798 reagieren. Der Motorwagen kann abgekuppelt und alleine weiter gefahren werden.

Wird die Kombination getrennt, reagieren beide Fahrzeuge wieder „für sich allein“, die Merkmale der Kombination sind nicht mehr vorhanden. Da sowohl VT 98 wie auch VS 98 dieselbe Adresse haben, werden beide Fahrzeuge jetzt gleichzeitig auf Funktionsbefehle reagieren, da sie nach dem Trennen wieder als Einzelfahrzeuge und nicht als Kombination angesprochen werden.

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